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About Michael Nordmeyer

Michael Nordmeyer ist freiberuflicher Konzepter, Berater und Software- und Webentwickler aus Hamburg. Er berät und entwickelt Konzepte, Strategien und Lösungen in den Bereichen Social Media, mobilen Apps auf iPhone und iPad und Webanwendungen in Ruby on Rails und Java.

Latest Flash Player needed

Flash auf dem iPhone und iPad

Alle technikaffinen Berichterstatter beschweren sich darüber, dass das iPhone kein Flash beherrscht. Apples CEO Steve Jobs hat jetzt ein offizielles Statement abgegeben, welches Flash in sechs Punkten demontiert.

Flash will Apple nicht. Macht aber auch nichts.

Ich habe Flash sowieso nur für Videos gebraucht. Und dafür gibt es ja in akzeptablen Browsern HTML 5.

Trotzdem hacken alle auf Apple herum. War ja klar. Steve meint sinngemäß nur:

  1. Flash ist nicht offen
  2. Flash ist nicht für eine vollständige Web-Erfahurng notwendig
  3. Flash ist unzuverlässig (viele Abstürze), unsicher und “verbrät” viel Rechenleistung
  4. Flash hat einen hohen Stromverbrauch und reduziert deutlich die Akkulaufzeit
  5. Flash-Interfaces sind nicht Touch-tauglich
  6. Flash als Software-Zwischenschicht erzeugt Apps zweiter Klasse, die nicht ausreichend die jeweilige OS-Plattform berücksichtigen

Da hat er mit allem recht und widerlegt erfolgreich die Argumente Adobes. Nur sind es keine neuen Infos. War ja alles vorher bekannt. Nur hilft so eine Zusammenfassung den technisch weniger versierten Menschen ungemein. Daher unbedingt den originalen Artikel von Steve Jobs lesen, da ich hier ja keine weiteren Erklärungen getätigt habe. Aber jetzt kommt auch noch Microsoft:

Flash does have some issues, particularly around reliability, security, and performance

Das sagt Microsofts General Manager (Internet Explorer) im IEBlog zum Thema Internet Explorer 9. Autsch.

Aber Spaß beiseite. Es ist schon bedeutend, dass Steve Jobs dies auf der offiziellen Apple-Seite verkündet. Das macht er nur bei sehr bedeutsamen Themen. Flash war es mal. Das müssen aber erst mal alle dort draußen verstehen.

Aber wenn jetzt auch noch Microsoft offiziell verkündet, dass Flash auch in deren Augen genau die Probleme macht, die Apple als Gründe angibt, und dazu dann noch eine Technologie unterstützt, die nicht aus den heiligen Hallen in Redmond kommt, nämlich den H.264 Video-Decoder, der für HTML 5-Videos vonnöten ist, und für den Microsoft auch noch Lizenzzahlungen leisten muss, dann ist es ungemein bedeutsam.

Microsoft hat immer die Strategie verfolgt, die Benutzer an Windows zu binden. Und mit WMV-Videos, einer Technologie, die Microsoft entwickelt hat, um a) eben die Nutzer an Windows zu binden und b) keine Lizenzzahlungen in erheblichem Umfang leisten zu müssen, ist es schon ein anderer Wind, der jetzt weht.

Abschließend ein zugegebener Maßen schlechtes Sprichwort, fast schon ein Kalauer zum Thema Flash und seine Absturzfreudigkeit:

Ist es ein Browser-Crash, war es mit Sicherheit Flash.

Aktuelle Web-Tauglichkeit von “qualitäts”-journalistischen Artikeln – eine Kurzanalyse

Einfach mal so wegen eines aus Online-Sicht sehr rückständigen Artikels, der heute veröffentlicht wurde, habe ich mich daran erinnert, dass ich darüber schon länger mal schreiben wollte: Die unterbleibende Verlinkung in online veröffentlichten Artikeln des “Qualitäts”-Journalismus.

Viele reden darüber, viele schreiben und schrieben darüber, manche haben es schon aufgegeben. Große Zeitungen verlinken nicht gerne.

Ein aktueller Stand

Wegen Googles aktueller Veröffentlichung von Regierungsanfragen zu Internetseitenlöschungen, die sie im zweiten Halbjahr 2009 bekommen haben, fiel mir diese Unsitte der ausbleibenden Verlinkung besonders auf. Denn ohne die interaktive Karte ist der Artikel nur halb so viel wert.

Google Government Requests

Google Government Requests

Ich habe nicht den Anspruch, einen umfassenden Vergleich anzustellen. Nur wegen des inhaltlich interessanten Themas und der interaktiven Karte, die auf jeden Fall verlinkt werden sollte, hat dieser Artikel eine Existenzberechtigung. Von im Artikel eingefügte Bilder will ich gar nicht erst reden.

The Good

Die Zeit verlinkt viel und gut. Auch die Analyse der Daten ist ganz gut. Nur – Zensur ist etwas anderes. Gemeinhin versteht man unter Zensur Vorzensur. Nachträgliches Entfernen kann Nachzensur sein, muss aber nicht.

Der Spiegel verlinkt den Original-Artikel und hat sogar einen Screenshot von der Karte integriert. Inhaltlich sehr ausführlich und voll beim Thema bleibend. Sehr gute Analyse, aber nur einen Link.

The Bad

Die Süddeutsche verlinkt zwar den Original-Artikel, verarbeitet aber kaum Informationen aus diesem, außer die Aussagekraft in Frage zu stellen und schweift nach der Hälfte des Artikels ab, sodass die Überschrift des Artikels nicht wirklich etwas mit dem Inhalt zu tun hat.

Update

Der alte (obige) Link funktioniert nicht mehr. Im Internet etwas, was einfach nicht passieren darf, da bei fehlender Weiterleitung alte URLs von externen Links nicht mehr zum Zeil führen. Der korrigerte Link.

The Ugly

Die Financial Times Deutschland verlinkt nicht. Zumindest nicht auf dem Inhalt des Artikels zuträglichen Informationen. Sondern nur auf Aktienkurse der erwähnten Unternehmen. Nein wirklich, das ist überaus hilfreich.

Times Online verlinkt gar nicht. Nicht mal eine Link-Box irgendwo auf der Seite, welcher die zum Artikel weiter führenden Links beinhaltet. Inhaltlich haben sie die Aussage der Löschverfügungen nur auf Großbritannien beschränkt und kaum ins Verhältnis zu den anderen Ländern gesetzt.

Warum wird nicht verlinkt?

Leser würden unsere Seite verlassen.

Tausendmal gehört, tausendmal geärgert. Das Web, wie der Name schon impliziert, lebt von Links. Ohne Links kein Web. Ohne Links kommen weniger Menschen auf die Seiten.

Links stören den Lesefluss.

Menschen können sich sehr gut anpassen. Sie sind es seit 15 Jahren gewöhnt, Links in Texten vorzufinden. Nein, Links stören den Lesefluss nicht wirklich. Im Gegenteil. Sondern sie halten wichtige weiterführende Information vor.

Diese Argumente gegen Verlinkungen im Text taugen nichts.

Aardvark

Google integriert Aardvark auf YouTube

Nachdem Google im Februar die “Soziale Suchmaschine” Aardvark für 50 Millionen US-Dollar gekauft hat, schreitet die Integration des Dienstes mit anderen Google-Diensten voran. Immerhin. Schließlich wurden andere Dienste nur wegen der Technologie oder den fähigen Mitarbeitern gekauft. Auch hier holen sie sich ehemalige Google-Mitarbeiter ins Boot zurück. Bei knapp 2 Milliarden US-Dollar Nettogewinn im ersten Quartal 2010 auch kein Problem.

Bei Aardvark können Nutzer Fragen stellen, die Aufgrund der Kategorie, in der die Frage gestellt wurde, an andere Nutzer des Dienstes geschickt wird, woraufhin diese dann die Frage beantworten können. Letztendlich fragt man also unbekannte Menschen. Ein schönes Konzept, da die Fragen zumeist recht schnell beantwortet werden. Meist sogar schon innerhalb von Minuten, da Aardvark entsprechend der Nutzereinstellungen die Fragen z.B. auch sofort an die iPhone-App schickt, über die der Befragte sofort benachrichtigt wird.

Um zu zeigen, wie schnell dieser Dienst funktioniert, habe ich einfach mal gefragt, wo denn Aardvark bei YouTube integriert ist. 12 Minuten später hatte ich die Antwort. Aufwand: 30 Sekunden.

Aardvark iPhone App

Anfrage bei Aardvark

Warum Google nun gerade diese Aardvark-Funktionalität auf YouTube integriert, erscheint nicht ganz schlüssig. Googles Suchseite wäre meiner Meinung nach die viel bessere Option gewesen, da viele Menschen googeln, um Fragen beantwortet zu bekommen. Auch ist nicht mehr viel von den coolen Features Aardvarks zu sehen. So sieht es eher aus wie ein Forum. Sehr schade.

MakerBot: ein 3D-Plotter mit Open Source Designs

Earl Grey, heiß.

Ein allen “Star Trek – The Next Generation” Fans bekanntes Zitat, als Captain Jean-Luc Picard seinen Tee im Replikator erzeugen ließ.

So ähnlich kommt mir der MakerBot vor.

Bre Pettis und sein MakerBot

In seinem Vortrag “MakerBot: The Robot that Sharing Built – The Open Source Personal Fabrication Revolution” spricht Bre Pettis über Technologie und wie Open Source eine Welle kreativer Dinge ermöglicht.

Der MakerBot ist ein preisgünstiger 3D-Plotter (ab $750), der mit sehr günstigem Plastik als Rohmaterial betrieben wird und faustgroße, physikalische Objekte replizieren kann. Die Schemata für diese Objekte können auf einer gemeinsamen Community-Plattform getauscht und herunter geladen werden.

Vor zwei Tagen haben sie ihren 1001-ten MakerBot verkauft, die in Brooklyn, New York, gebaut werden.

Die Community des MakerBot wird nachhaltig durch die schon erwähnte Plattform Thingiverse getrieben, bei der die Nutzer eigene Schemata hoch laden können, die von allen anderen Usern zu Hause mit ihrem MakerBot genutzt werden können. Angespornt durch neue, coole Ideen beschäftigen sich andere Benutzer wieder mit ihren Geräten, erstellen neue Designs und animieren andere zum Kauf des MakerBots. Ein Gewinn für alle.

Weitere Impressionen findet Ihr in den Videos, die der Hersteller bzw. die Benutzer im MakerBot-Blog veröffentlicht haben.

MakerBot ermöglicht eine Quasi-Teleportation

Durch diese Community wird quasi eine Art „Teleportation“ möglich. Was sich wie eine steile These anhört, macht aber tatsächlich Sinn. Ein in die Community hoch geladenes Schema wurde Bre durch eine durch den Upload ausgelöste Mitteilung an sein Telefon über eben diesen informiert. In diesem Fall eine Trillerpfeife. Er war gerade auf dem Weg zu eine Demonstration des MakerBots und saß in der U-Bahn in Mahnhattan. Flugs lud er das Schema herunter und eine halbe Stunde später erstellte er die Pfeife während der Demo. Das Objekt „wanderte“ also innerhalb von 30 Minuten von Süd-Bayern, wo der Benutzer es erstellte und hoch lud, nach Lower Manhattan zur Demonstration des MakerBots. Wissenschaftlich gesehen natürlich keine Teleportation, aber der MakerBot erstellt ja geklonte Objekte.

Eine neue Möglichkeit, etablierten Diensten und Mechanismen wie Expressdiensten und erlernten Wertestrukturen ein Schnippchen zu schlagen. Sehr spannend und interessant.