Cem Basman beschreibt in seinem Artikel “Social Media: Des Kaisers neue Kleider.” seine Ansichten und Erfahrungen in Bezug auf die Wirksamkeit (Effektivität) und Leistungsfähigkeit (Effizienz) von Social Media im Bereich Business to Business.
Er ordnet die Effizienz von C2C über F2C (Freelancer to Consumer) zu B2B in absteigender Reihenfolge. Seiner Erfahrung nach spielt Social Media für B2B keine große Rolle. Und zu recht. Wobei er dies durch eine mittelständische Brille betrachtet.
Stärken von Social Media
Social Media stärkt das Individuum. Firmen sind keine Individuen, auch wenn sie nach außen teilweise monolithisch wirken.
Social Media sorgt für Kontakte zwischen Menschen. Zwischenmenschlich eben. Das macht auch für die einzelnen Personen aus verschiedenen Firmen Sinn. Nur ist es eben ein persönlicher Kontakt, auch wenn er beruflich motiviert ist.
Personal Conversation, © Rohit Rath
Social-Media-Aufmerksamkeitsökonomie
Die Social-Media-Aufmerksamkeitsökonomie ist von persönlichen Interessen getrieben. Lesen und gelesen werden. Besonders aktive Teilnehmer sehen gerne mal auf die öffentlichen Metriken, um sich Genugtuung zu verschaffen. Die Anzahl der Freunde oder “Likes” bei Facebook, die Anzahl der Follower, Retweets oder Mentions bei Twitter. Quasi eine soziale Währung. Aber eine sehr persönliche.
Sehr wichtig sind hier aktuelle News aus dem Freundeskreis. Für Medienschaffende sind es Trends. Schneller sein als die anderen. Medien-Kompetenz durch Wissensvorsprung zeigen. Aber alles an die eigene Person gebunden. Reputations-Management der Ich-Marke. Immerzu und immerdar.
B2B-Ausnahmen
In Branchen wo die Abhängigkeit von Tages-News, Trends und Hip-Sein ein Eckpfeiler des Geschäftsbetrieb darstellt, kommt man nicht umhin, als Firma bzw. durch seine Mitarbeiter Social-Media-aktiv zu sein. Kunden erwarten dies. Hier ist es überaus wichtig, präsent zu sein. Auch rein aus dem eigenen Selbstverständnis heraus.
Aber selbst in der Medienbranche oder Verlagswesen gibt es viele Aufgaben, die deutlich effektiver und effizienter sind, wenn Soziale Medien durch einen Großteil der Mitarbeiter einfach links liegen gelassen werden, damit die anliegenden und wiederkehrenden Arbeiten entsprechend erledigt werden.
B2B-Beziehungen bedürfen wenig Tages-News
Für erfolgreiche und andauernde Geschäftsbeziehungen kommt es mehr auf Verlässlichkeit und Planbarkeit an. Tages-News helfen nicht beim Tagesgeschäft. Und strategische Planungen sind als langfristige Planungen nicht von Tages-News abhängig.
Da Social-Media-Feeds mehr den Moment und das Tagesgeschehen abbilden, ist es kein natürlicher Schulterschluss. Zumal immer eine Rechenschaft in Form von erreichten Zielen abgelegt werden muss. Schließlich sind in der normalen Arbeitszeit Arbeiten zu erledigen, die auch mittelfristig durch Aktivität in den bevorzugten Social-Media-Kanälen nicht vereinfacht oder gefördert wird.
Arbeiten, um zu leben. Leben, um zu arbeiten.
Die Wirtschaft hat viele Facetten. Viele davon erscheinen ausgesprochen langweilig, sorgen aber für hohe Umsätze und Gewinne. Manche Geschäftsmodelle werden nur alle Dekaden mal weiterentwickelt und angepasst. Genauso die Mitarbeiter. Business as usual. Keine Überraschungen.
Die trendgetriebene Medienbranche, wo viele Mitarbeiter ihren Arbeitgebern freiwillig die Hälfte des Gehalts durch exzessive Überstunden schenken, ist hierfür kein Maßstab. Manche Firmen funktionieren einfach und laufen und laufen und laufen. Und deren Mitarbeiter sind zufrieden. Ruhepole sind wichtig. Hier bringt Social Media nichts. Und das ist auch gar nicht schlimm.
Und es geht doch: Enterprise 2.0
Social Media in Form von Activity-Feeds sind ein mächtiger Wissenstransporteur. Unternehmen können sich dies zu Nutzen machen. Allerdings ist es effizienter, dies eher in-house als extern und für alle sichtbar zu betreiben. Die Beteiligung und Integration von Mitarbeitern anderen Firmen in diese Netzwerken kann ähnliche Veränderungen in deren Arbeitswelt erzielen, wie es öffentliche Social-Media-Networks im persönlichen geschafft haben. Allerdings B2B-gerecht. Und immer ganz abhängig von der Unternehmenskultur bzw. deren Mitarbeitern.
Logischerweise eignen sich interne, nicht-öffentliche Konversationen nicht zur Neukunden-Gewinnung. Aber es kann vorhandenes Business stärken, Kommunikation vereinfachen und persönlicher gestalten und die Identität mit der Firma und deren Projekten fördern. Kein schlechter Deal.
Header image “Business Conversation” by Sharon Mollerus
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Ein wirklich schöner Artikel, obwohl ich Dir nicht ganz zustimmen kann. Denn durch die Informationsverbreitung eines Unternehmensan seine Kunden und Dienstleister sowie der Darstellung der Innovationskraft kann es schon für B2B-Zwecke genutzt werden.
Wie dies funktionieren kann beschreibt Johannes Lenz hier http://www.pr-guide.de/blog/2010/05/25/vom-hype-zum-strategischen-einsatz-wie-social-media-nachweisbar-werte-in-organisationen-schafft/ ziemlich gut.
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Johannes redet in diesem Artikel hauptsächlich aus der B2C-Sicht. Dort ist Social Media unbestritten sehr sinnvoll.
Hier geht es um B2B und die Effektivität und Effizienz des ganzen. Eine erfolgreiche B2C-Kommunikation ist auch wertvoll für die B2B-Kommunikation, sollte der Businesspartner Interesse an den über Soziale Medien veröffentlichten Inhalten haben. Ob aber ein dauerhaftes “Folgen” im Bereich B2B ohne persönliches Interesse erfolgreich im Vergleich zu anderen Maßnahmen ist, muss erst noch nachgewiesen werden.
Ich halte sehr viel von B2C oder im Allgemeinen “*2C”. Nur ist aus Effizienzgründen ein anderer Weg bei endlichen Ressourcen durchaus die bessere Alternative.
Und die geschäftlichen Beziehungen auf persönlicher Ebene ist meiner Meinung nach nicht B2B sondern C2C (oder eigentlich P2P, persönlich zu persönlich). Soziale Werte spielen im zwischenmenschlichen Bereich eine Rolle, was B2B begünstigen kann. Aber diese Werte vermittle ich eben mit einer B2C-Strategie.
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Einer Eurer Kollegen ist da aber anderer Meinung.
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Ich bin froh, wenn es Leute mit unterschiedlichen Meinungen gibt. So wird erst ein erfrischender Diskurs ermöglicht.
Im Artikel geht es hauptsächlich um Blogs. Eine sehr sinnvolle Art und Weise, Informationen zu vermitteln und Kompetenz zu beweisen. Viele “Blogs” sind mittlerweile eher Content Management Systeme, die zur Befüllung von Websites genutzt werden und keine Web-Tagebücher mehr. Und auch absolut zu recht.
Ich würde jeder Firma empfehlen, ja dringend dazu raten, mindestens ein Blog zu betreiben. Und wenn angemessen, sogar mehrere. Aber Blogs sind nicht Social Media.
Social Media bedarf eines Activity-Feeds. Sonst kann ich auch mein Adressbuch und E-Mail-Kontakte als Social Media bezeichnen.
Die Syndizierung via RSS-Feeds ist sehr wirkungsvoll, Kommentare erweitern den Horizont, korrigieren Artikel und involvieren die Leser. Aber das produziert noch kein Soziales Netzwerk.
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Moin Michael,
ein spannender Artikel, habe mir gerade schon bei Cem die Finger wund geschrieben. Ich kann natürlich sehen das es bisher eine Trennung zwischen B2C und B2B Social Media gibt. Der Vergleich der Eltern die cool sein wollen, passt hier sicherlich aus augenzwinkernder Sicht irgendwie.
Aber, Social Media im B2B oder Enterprise 2.0 hat eine nicht unwichtige Rolle eingenommen. Ja man sollte nicht alles in einen Topf schmeißen Kunden sind leichter zu motivieren als die Mitarbeiter durch eine Memo der GF die da lautet “Hurra wir haben jetzt Sharepoint”. Es ist ein echtes Unterfangen Mitarbeiter in den firmeninternen Netzwerken zum Schreiben, Teilen, Liken und Kommentieren zu bringen. Es ist eine Frage der Unternehmenskultur, des doppelten Bodens des Managements (Vormachen) und der Frage wo es sinnvoll ist. Um mal ein schwieriges Beispiel aufzumachen glaube ich aber, dass Fließbandmitarbeiter, respektive die CNC- Spezialisten einer Company sich schon so einiges zu erzählen hätten. Wie man welche Auslastungsverteilung z.B. sinnvoller steuern kann, wie man am besten mit der neuen Steuerungssoftware zurecht kommt u.s.w.
Nennt mich einen Träumer aber ich glaube das Social Media und Netzwerke, die Art der Interaktion und Kommunikation von Menschen im Netz eine wesentliche Veränderung bewirken werden und schon tun. Die Art wie und welches Wissen wir teilen, es wiederfinden, andere Menschen finden die Dinge wissen und wie wir arbeiten. Social Media ist eine Sprachkrücke dafür was gerade im Endgültigen Übergang zur Wissensgesellschaft passiert – Netzwerke beginnen zu arbeiten wie das menschliche Hirn hochvernetzt, schnell und effektiv! (wenn man einige Kapriolen des limbischen Systems da raus läßt ;)
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Ich gebe Dir auch recht. Ich bezweifle nur, dass die Offenheit in Bezug auf das Broadcasting, welches auf Social-Media-Plattformen ja permanent statt findet, auch effektiven und effizienten Nutzen im reinen B2B hat.
Social Media B2B-intern bzw. firmenintern halte ich für absolut sinnvoll. Nur ist eine öffentliche Social-Media-Nutzung eher B2C als B2B. Man erreicht andere Menschen.
Wenn ich Geschäftsbeziehungen mit jemandem habe, adressiere ich ihn direkt, wenn we es um das Business geht. Alles andere ist das Zwischenmenschliche, was zwar nicht zu vernachlässigen ist, aber eben nicht als Strategie zur Nutzung von Social-Media-Plattformen im Namen der Firma geschieht. Es gehört einfach dazu und ist natürlich, aber eben keine Strategie. Nutze ich es zur Kontaktpflege und Austausch, ist es wieder etwas persönliches. verlasse ich die Firma, verlässt auch dieser erarbeitete Bonus die Firma.
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Ja da ist was dran, so hat mein ehemaliger Arbeitgeber in England einen ExMitarbeiter verklagt er solle sein LinkedIn Profil (das auch von der Company bezahlt wurde) gefälligst im Unternehmen lassen. Das ist natürlich zu kurz gedacht, McKinsey feiert nicht umsonst jeden Abgang mit Sekt. Aber B2B Networking geht ja nicht nur um Alumni’s oder Kontakteklau es greift auch in den Bereich der Branchenübergreifenden Kooperation, Vernetzung und allem was draus entsteht – wie bei dem Pharma Projekt wo PRojekte zur Lösung ausgeschrieben werden und dotiert werden…
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Sehr gut geschrieben. :) – Warum hast Du noch kein Flattr oder Kachingle, damit man Dich auch mal “belohnen” kann?
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Weil das Konzept “Flattr” nur für Peter Sunde funktionieren wird.
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ach.
Hier steht das ja alles schon, was ich bei Cem versucht hab zu erklären.
Wieso sagste denn nix?? :)
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Hatte ich in meinem ersten Kommentar bei Cem verlinkt :)
Der Nachteil bei ausufernden Diskussionen: die ersten Kommentare werden schnell überlesen und später nicht mehr war genommen.
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ja, das ist in der Tat so,:(
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Auch schade das es nicht mehr weiterging…
Würde gerne mal ne Podiumsdiskussion machen das in ein World Café übergeht mit dem ganzen Publikum!
;)
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