Der Slogan Embrace, extend and extinguish (Annehmen, Erweitern, Auslöschen), nach dem Microsoft in den 80ern und 90ern vorging, wie aus internen Unterlagen Microsofts hervorgeht, die dem US-Justizministerium vorliegen, bedeutet so viel wie: eine Technologie übernehmen, proprietär erweitern und damit die Konkurrenz und die Technologie quasi ausschalten und für Microsoft vereinnahmen. So wurde die Konkurrenz ausgeschaltet und das Monopol erhalten.
Embrace, Extend and Extinguish – No More
Microsoft hatte die Manpower, sämtliche Technologien neu zu entwickeln oder durch proprietäre Erweiterungen so an Windows zu binden, dass die Konkurrenz das Nachsehen hatte. Das hat sich mit dem Internet geändert. Andere betreiben die Innovation und keiner ist mehr auf die Infrastruktur Microsofts angewiesen. Nur auf standardkonforme Browser wie Apples Safari, Googles Chrome oder Mozillas Firefox.
Es herrscht Angst in Redmond
Jeder, der Steve Ballmer schon mal live oder im Video gesehen hat, weiß, dass er nur so vor Selbstvertrauen trotzt. Das war am Anfang auch noch so, als er von Bill Gates die Rolle des CEOs übernommen hatte:
Mittlerweile hat es sich geändert. Apple auf der einen Seite mit iPod, iPhone und Mac OS X auf leistungsfähiger und hochwertiger Apple-Hardware auf der einen und dem Internet auf der anderen Seite hat dafür gesorgt, dass er zunehmend nervöser und sensibler wurde. Er weiß, dass Microsoft sein größtes Asset – die Kompatibilität – verloren hat. Kompatibilität ist nicht cool, Apple aber.
Microsofts Versuche, Anschluss zu halten
Microsoft hat mit dem Zune Player versucht, Apple und den iPod direkt anzugreifen und ist gescheitert.
Microsoft hat versucht, im mobilen Markt für jugendlicher Nutzer mit den KIN-Telefonen zu fassen und ist nach nur zwei Monaten gescheitert.
Weder Zune noch KIN haben es geschafft, außerhalb des amerikanischen Marktes vertrieben zu werden. So mäßig war das Ergebnis.
Jetzt versucht es Microsoft mit Windows Phone 7 erneut, wie in meinem anderen Artikel zu lesen.
Sobald Microsoft Nutzer nicht aus historischen Kompatibilitätsgründen an die eigene Plattform fesseln kann und nur die Produktqualität zählt, gibt es florierende Alternativen (z.B. Xbox360 vs. PlayStation und Wii oder iPod vs. Zune), die je nach Segment auch den Markt dominieren können. Eine neue Herausforderung für Microsoft.
Sollte das Betriebssystem total irrelevant werden, wie Google es nicht ganz altruistisch mit dem Chrome OS versucht, sieht es für den Riesen Microsoft eher schwarz aus. Kein Wunder, ist doch die Unternehmenskultur Microsofts um die Monopole DOS, Windows und später auch Office gewachsen. Fallen diese weg, bleibt nur ein schwerfälliger Tanker ohne Kurs und Steuermann.
(Fotoquelle Microsoft Way: Techflash Todd)
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