FHM schließt Website, nutzt exklusiv Facebook

FHM schließt Website, nutzt exklusiv Facebook

22. Juli 2010 |  von  |  Social Media

Das Männermagazin FHM hat die eigene Website offline geschaltet und bündelt seine Online-Maßnahmen komplett auf Facebook. Die FHM-Facebook-Page zeigt Fotos, Events, Gewinnspiele und natürlich Hinweise auf das aktuelle Heft.

Mutig oder dumm?

Mutig erscheint dies schon. Seine Online-Präsenz und -Kompetenz abzugeben ist kein kleiner Schritt. Allerdings kann die Kosten-/Nutzen-Rechnung durchaus aufgehen:

  • die FHM verdient nur am Heft
  • Online läuft für die FHM sowieso nur als Alibi nebenbei und kostet Geld
  • Facebook ist bis auf die redaktionellen Inhalte gratis
  • auf Facebook müssen sie sowieso präsent sein
  • die (potentiellen) Leser der FHM werden auch so erreicht

Dumm ist, dass die Verfügungsgewalt über die Inhalte und die Seite selbst bei Facebook liegt. Sie könnten also ohne weiteres die Seite oder den Account schließen und die FHM würde doof aus der Wäsche gucken. Außerdem bekommt Facebook auch die Nutzungs-Rechte an diesen Daten.

Fazit

Die eigene Präsenz im Netzt komplett auf Facebook auszulagern, kann durchaus Sinn machen, wenn sowieso nur Offline-Produkte angeteasert werden und kein wirklicher Mehrwert für die Besucher durch die Präsenz angestrebt wird. Die technische Infrastruktur und damit Kosten und etwaige Probleme werden eliminiert, während der redaktionelle Aufwand, der sowieso auch auf Facebook betrieben werden muss, auf genau diesen reduziert wird. Kein schlechter Deal. Funktioniert aber nur bei wenigen, kurzlebigen und inhaltsarmen Inhalten.

Über den Autor

Michael Nordmeyer, früherer CTO und Mit-Gründer der 13. Stock Online Relations und freiberuflicher Software- und Webentwickler berät und entwickelt Konzepte, Strategien und Lösungen in den Bereichen Social Media, mobilen Apps auf iPhone und iPad und Webanwendungen in Ruby on Rails und Java.


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